Malsfelder Verein für Dokumentation und Archivierung e.V.

Der Brandschutz in Malsfeld

Wie war es früher?

 Die älteste Aufzeichnung fanden wir bereits 1615, und zwar in einem Katasterblatt vom Leiterhaus an der Wehrkirche in Malsfeld. In dieser besagten Überdachung wurden Leitern und Einreißhaken aufbewahrt. Alarm geschlagen wurde durch das Sturmläuten der Kirchenglocken bei Feuer- und Naturkatastrophen.

Bis in das 19. Jahrhundert gab es in Malsfeld noch keine Feuerwehrpumpe (im allgemeinen Sprachgebrauch Feuerwehrspritze genannt). Noch vorhandene Ledereimer zeugen von längst vergangenen Jahrhunderten. Wie ohnmächtig man sich in jener ,Zeit dem Großbrand gegenüberstand, findet man noch heute in vielen Chroniken und Überlieferungen. Auch Malsfeld wurde im Laufe der Jahrhunderte oft von Natur- und Feuerkatastrophen heimgesucht. Da man schon frühzeitig erkannte, wie wichtig eine organisierte Feuer- oder Katastrophenbekämpfung ist, wurde bereits 1739 vom Kurfürsten eine spezielle Feuerordnung erlassen.

Das Original ist noch in Malsfeld erhalten geblieben. Heute hat jede Gemeinde eine eigene Wehr. Daß die Feuerwehr oft Sorgenkind der Gemeinden war, beweist, daß sich 1948 in unserem Raum bereits ein Feuerlöschverband gebildet hat. Die Gemeinden Malsfeld, Beiseförth, Elfershausen, Dagobertshausen, Ostheim und Obermelsungen beteiligten sich gemeinsam an einem Kauf einer Feuerwehrspritze. 743 Taler, 17 Silbergroschen und 18 Heller mußten sich die Gemeinden teilen, um das kostbare . Löschgerät zu finanzieren.

Als die Gemeinden immer größer wurden, kaufte die Gemeinde Malsfeld 1880 eine eigene Zweikolbenspritze. Sie steht heute noch stolz als Kleinod im Feuerwehrgerätehaus. Auch eine handbetätigte Feuerwehrleiter wurde um die Jahrhundertwende angeschafft. Wo das ehemalige Zollhaus an der Straßengabelung Elfershausen - Beiseförth stand, wurde das neue Feuerwehrgerätehaus errichtet. Das Gebäude - von Anfang an ein Zweckbau - beherbergt im Erdgeschoß das Feuerwehrgerät. Über eine Treppe an der Außenwand gelangte man in die gemeindeeigene Herberge mit Dienstwohnung. Wiederholt kann man in den Unterlagen nachlesen, daß das Gerät immer weiter modernisiert wurde. Als der schreckliche 2. Weltkrieg ausbrach, (1939 - 1945) wurde bereits 1940 die erste Motorspritze angeschafft. Während des Krieges war auch eine weitere Brandbekämpfungseinrichtung geschaffen worden, der sogenannte Luftschutz. Man mutete den Bürgern zu, bei der Bekämpfung von Brandbomben und anderen Brandmitteln mit Sand und einer Handspritze das Feuer zu bekämpfen. Malsfeld wurde - Gott sei Dank - von diesen schlimmen Kriegseinwirkungen verschont. Einzelne Handspritzen sind im Dorf noch vorhanden.

Die regelmäßigen Feuerwehrübungen, die schon immer fester Bestandteil der Feuerbekämpfung waren, wurden regelmäßig durchgeführt. Auf große Brandkatastrophen im 19. und 20. Jahrhundert sei noch einmal hingewiesen:

  • 1860 brannte ein Großteil der ehemaligen Burg nieder (Zehntscheune und Stallungen); später brannte noch einmal die Scheune des einst aufgebauten Rittergutes 1927;
  • 19 9 brannte die Schreinerei Riemenschneider und einige Wohnhäuser ab.
  • Im Jahre 1934 brannte die Schreinerei des Ortsbrandmeisters Lengemann nieder.
  • Einige Jahrzehnte zuvor brannte die Maschinenfabrik, die Krauthobel produzierte, ebenfalls bis auf die Grundmauern aus.
  • Während einer Gendarmenversammlung brannte die Gastwirtschaft Gundlach.

Es würde zu weit führen, noch andere ,Haus- oder Hofbrände aufzuzählen.

Wie bereits erwähnt, mußte die Feuerwehr auch bei Überschwemmungen etc. einschreiten. Die damalige Hochwasserkatastrophe von 1954 ist noch sehr vielen Malsfelder Bürgern in Erinnerung.

In den letzten hundert Jahren überwachten 8 Brandmeister die Einsätze bei Feuer- und anderweitigen Katastrophen. Erwähnenswert ist auch, daß nach strammen Kälteperioden die Fulda zugeforen war, und das bei Tauwetter aufbrechende Eis die B83 unpassierbar machte. 1929 - 1946 mußten alle wehrfähigen Männer bei der Eisbeseitigung mitwirken.

Nach dem 2. Weltkrieg und der Währungsreform 1948 kam der große Aufschwung. Kanalisation und Straßenbau machten es erforderlich, daß das historische Spritzenhaus abgerissen werden mußte. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, dem ehemaligen Schulland, wurde 1951 ein Dorfgemeinschaftshaus mit Feuerwehrgeräteräumen errichtet.

Wenn die Feuerwehr in Malsfeld 1991 das 50-jährige Bestehen feiert, werden die Mitglieder stolz sein, denn im vergangenen Jahr ging ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung: Die Gemeindeverwaltung bezog 1990 ein neues Verwaltungsgebäude, und somit wurden die Räume frei, die von den Mitgliedern der Feuerwehr mit großem Eifer renoviert wurden. Heute ist dort ein schöner Schulungsraum, für den Wehrführer ein Zimmer, und für kleine Feiern wurden auch Küche und Toilette eingerichtet. Auf dem ehemaligen Gelände des Feuerwehrgerätehauses legten die Malsfelder Naturfreunde eine kleine Grünanlage an.

Verfasser: Konrad Müldner, Christiane Ploch


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Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Manfred Eckhardt
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