Malsfelder Verein für Dokumentation und Archivierung e.V.

Die Kriegszeiten in Malsfeld

Als die Amerikaner Malsfeld besetzen

Der zweite Weltkrieg neigte sich seinem Ende und Malsfeld wurde von seinen Zerstörungen weitestgehend verschont.

Die Alarmsirene als Zeichen eines Luftangriffes ertönte zwar häufig in Malsfeld, doch überflogen die feindlichen Verbände lediglich das Fuldatal. Der einzig nennenswerter Angriff feindlicher Flugzeuge fand im Herbst 1940 statt, als ein englischer Bomber fünf so genannte Sprengbomben oberhalb der Wildsbergquelle, im Elsegrund abwarf. Zu Schaden kam bei dieser Attacke allerdings niemand, stattdessen wurde die Einschlagsstelle zum beliebte Ausflugsziel der Malsfelder und Beiseförther.

Einige Tage vor Ostern 1945 fuhren keine Züge mehr Richtung Kassel und die Strecke Homberg – Spangenberg (Kanonenbahn) war auf Grund eines Betriebsunfalls an der „Eiserenen-Brücke“ nicht weiter befahrbar. Später, kurz vor Eintreffen der Alliierten Truppen in Malsfeld, sprengte das deutsche Heer die beiden wichtigsten Verkehrsbrücken: die „Eiserene-Brücke“ und die „Adolf-Hitler-Brücke“. Ab dem 30. April konnte dann kein Zug mehr durch Malsfeld fahren, und sämtliche Telefonleitungen waren gekappt. In den folgenden Tagen konnte man immer öfter von Westen den Gefechtslärm der näher vorrückenden amerikanischen Truppen hören. Bald schlugen die ersten Geschosse am Dorfrand ein. Das Vorwerk Gerode am Sommerberg wurde schwer beschädigt und auch der Glockenturm des Rittergutes wurde getroffen, so dass die kleine Glocke zerbrach. Herr Siebald und Herr Brand die in der heutigen Schulstrasse wohnten, bastelten sich aus einem Betttuch eine „Weiße Fahne“ und gingen freiwillig Richtung Elfershausen, den Amerikanischen Soldaten entgegen. Sie erklärten den Amerikanern, das sie in Malsfeld auf keinerlei Widerstand stoßen würden.

Warum hat diese Aufgabe nicht der damalige Ortsgruppenleiter Herr Bläsing übernommen? Seine Tochter erzählte mir, dass Ihr Vater am Telefon auf Befehle der Partei wartete (seit Tagen waren die Telefonleitungen tot) und nebenbei das verräterische Schild mit der Aufschrift: „Ortsgruppenleiter NsdAP“ in seiner Jauchegrube versenkte.

Verfasser: Konrad Müldner, 

 

Sehen Sie unten weitere PDF-Dokumente und die Kriegertafeln der Kriege 1870/71 und 1914 zum Thema Kriegszeiten in Malsfeld


Dateien

1870_1871_Kriegertafel_Ma.pdf

1934_0813_NSDAP_Brief_Ma.pdf

1945_0331_Amerikaner_in_Malsfeld_Ma.pdf


Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Manfred Eckhardt

Ähnliche Beiträge

Zurück