Malsfelder Verein für
Dokumentation und Archivierung e.V.

Handwerksbetriebe und Unternehmen in Elfershausen

Steinebahn im Wolfsgraben nach Malsfeld, Bremser ist Karl Jakob.

Im Hause Böhmer, heute Aschenbrenner, Hauptstraße 54, eröffnete der heimatvertriebene Michael Himmel 1946 seine Schuhmacherwerkstatt und betrieb sie bis zu seinem Tode. Zuletzt wohnte er bei Familie Reiss in der Rosenstraße. Der Schuster Konrad Ploch hatte somit Konkurrenz bekommen. Insgesamt gab es 1949 fünf Schumacher/ Schuster in unserem Dorf.

Nachdem Werner Wolfskeil 1949 durch die Kriegsfolgen verstorben war, war Erich Bläsing alleiniger Weißbinder im Dorf.

Ihr Brot verdienten die meisten Elfershäuser damals in Melsungen und Kassel, aber auch im Ostheimer Steinbruch waren mehrere Männer als Steinerichter tätig. Der Steinbruch am Falkenkopf wurde schon um 1930 geschlossen, da der Basalt von minderer Qualität gewesen sein soll. Die heute noch vorhandene Abraumhalde war ursprünglich länger, sie wurde teilweise zum Bau der nahen Autobahn verwendet. Um Steine und Schotter nach Malsfeld zu transportieren, gab es eine Feldbahn, die bis zur Verladestelle der Eisenbahn in Malsfeld führte. Der erste Teil der Feldbahn wurde durch ein Seilzugsystem betrieben, wobei die vollen, bergab fahrenden Loren die leeren den Berg hochzogen. An der Mittelstation wurden die Wagen hinter eine kleine Dampflok gehängt und von hier, entlang der Straße in Richtung Dagobertshausen und durch den Wolfsgraben hinab, nach Malsfeld gebracht. Die Steinebrecheranlage ist noch teilweise vorhanden, sie befindet sich neben der Sporthalle.

Ein, für damalige Verhältnisse, größeres Tiefbauunternehmen gründete der damalige Bürgermeister Anton Krahn 1953. Von den ca. 40 Arbeitern, viele davon aus Elfershausen, wurden neben Kanal- und Wasserleitungen auch Straßen in der Region und darüber hinaus gebaut, z. B. der Autobahnzubringer in Melsungen. In Elfershausen wurden neben den Erschließungsbaumaßnahmen der Siedlung am Sportplatz, auch der Sportplatz selbst gebaut. Etwa zehn bis zwölf „Gastarbeiter“ aus dem ehemaligen Jugoslawien, mit denen einige Elfershäuser noch lange Jahre freundschaftliche Kontakte pflegten, fanden hier für einige Jahre Arbeit. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde die Firma 1967 geschlossen.

Im Bereich „Software“ war seit ca. 1982 die Firma Klein tätig. Der Firmensitz war zuerst in Elfershau-sen, Hinter der Kirche H.Nr. 4. Seit etwa 1984 befindet sich das Büro in Homberg/Efze.

Waltraud Wardenga eröffnete 1981 einen Kosmetiksalon mit Fußpflege, den sie bis zu ihrem Wohnsitzwechsel nach Melsungen, etwa um 2008, hier betrieb.

Eine Heizungsinstallationsfirma mit ein bis zwei Mitarbeitern wurde von dem aus Berlin kommenden Wolfgang Wardenga von 1981 bis 1998 geführt. Wohnhaus und Lager waren in der Hauptstraße 69.

Einen Elektroinstallationsbetrieb von Wolfgang Ossowski, mit zwei Mitarbeitern, gab es von 1990 bis 2015. Die Lagerräume befanden sich in der ehemaligen Schreinerei seines Patenonkels Franz Sommer, in der Hauptstraße 21.

Auf dem früheren Bauernhof König, Hauptstraße 40, wurde von Bernd Kohl 1993 ein Betrieb für Garten- und Landschaftsbau gegründet. Der von ihm erworbene Hof wurde attraktiv gestaltet, außerdem das Fachwerkhaus vorbildlich renoviert. Das Geschäft wurde um 2005 aufgegeben, der Hof verkauft, nachdem er einige Jahre unbewohnt war.

Ein Geschäft für Gardinen und Polsterei hatte die in Elfershausen wohnende Anja Wanda seit 2000 in einem früheren Möbelhaus in Adelshausen untergebracht. Nach einigen Jahren wurde das Geschäft geschlossen.

Jüngstes Unternehmen ist die Firma Freitag, Hauptstraße 39. Uwe Freitag hatte 1996 die Gebäude des früheren Bauernhofes Iber erworben. Zehn Mitarbeiter führen, bei der in Altmorschen beheimateten Firma, vor allem Sanierungsmaßnahmen von Gewässern und Bauwerken durch. 

Quelle: Chronik 750 Jahre Elfershausen 

Günther Herwig