Malsfelder Verein für
Dokumentation und Archivierung e.V.

Die Geschichte von Sipperhausen

 

Erste urkundliche Erwähnung fand der Ort 1142 unter dem Namen Swipurgehusen. Das Dorfbuch von 1835 erwähnt 291 Einwohner. Nach dem Krieg, im Jahre 1959. zählte der Ort 467 Einwohner und heute im Jahr 1999, sind es gerade 219 Einwohner, einschließlich der Siedlung Bubenrode.

Sipperhausen war -und ist heute noch- Sitz des Kirchspiels.

Bis in die 60ger- Jahre war der Charakter des Ortes stark durch die Landwirtschaft geprägt. Heute ist Sipperhausen eher ein typischer Pendlerort. Die meiste Einwohner gehen ihrer Tätigkeit im Umkreis bis zu 59 Km nach.

Diese Veränderung läßt sich am besten an ein Paar Zahlen verdeutlichen:

1958 gab es 32 landwirtschaftliche Betriebe, davon 19 Vollerwerbsbetriebe. 1995 sind davon noch 3 Vollerwerbsbetriebe und 9 Nebenerwerbslandwirte übrig geblieben.

Noch eine interessante Zahl: Früher sprach man von einer 'Ackerernährung'- dies war die Betriebsgröße uon 4,5 ha. Heute braucht man dafür, je nach Betriebstyp, zwischen 59 und 299 ha! Landwirtschaft bewegt sich heute zunehmend im Spannungsfeld zwischen agrarpolitische bedingter Betriebsexpanslon auf der einen und immer stärkeren gesetzlichen Auflagen auf der anderen Seite.

Ein weiteres Problem für den Fortbestand der Betriebe ist, daß immer weniger junge Menschen bereit sind, in diese ungewisse - und sehr arbeitsintensve- Tätigkeit einzusteigen. Die Folge: Immer mehr Betriebe verwaisen.

Zeitweise standen mitten im Sipperhausen zwei große Gehöfte leer. Absehbar ist, daß das zukünftig noch öfters der Fall sein wird. Daß es dennoch Möglichkeiten gibt, ein Ausbluten des Ortes zu verhindern, zeigt das Beispiel des 'Ahrendt'schen Hofes'. Der heutige Besitzer hat die ehemalige Scheune zu einem wunderschönen Fachwerkhaus umgebaut.

Der gegenüberliegende 'Finkenhof' wird auf gleiche Art genutzt. Die Umwandlung uon landwirtschaftlichen Gebäuden in bezahlbaren Wohnraum ist eine der Möglichkeiten, kleine Orte auch für Außenstehende attraktiv zu machen.

Quelle: Dorfchronik von Harald Ziebarth, 1999